Baden

Weinbaugebiet Baden

Weinbaugebiet Ahr im Norden der Rheinland-Pfalz
Weinanbaugebiet Baden im Süden Deutschlands
Lage und Bereich von Baden

Das deutsche Weinbaugebiet Baden ist mit eine Größe von etwa 15.800 ha Rebfläche das drittgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Baden erstreckt sich 400 km von Tauberfranken im Norden bis zum Bodensee im Süden.

Badische Weine sind von der Sonne verwöhnt, denn mit fast 2.000 Sonnenstunden im Jahr und mit einer Durchschnitttemperatur von 11°C ist Baden nicht nur das wärmste deutsche Anbaugebiet, es zählt auch als einziges Weinanbaugebiet zu EU-Weinbauzone B. Eine der bekanntesten Lagen in Baden dürfte der Kaiserstuhl sein, der der wärmste Ort in Deutschland ist.

Aufgrund der hohen Temperaturen ist Baden auch kein profiliertes Riesling-Gebiet, sondern prädestiniert für Rebsorten der Burgunderfamilie, Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder. Eine regionale Spezialität von Baden ist der Gutedel, der das leicht-spritzige Pendant zu den Burgundern darstellt.

Baden ist das wichtigste deutsche Weinbaugebiet für Spätburgunder. Sie finden ihn in allen Qualitätsstufen von süffigen Terrassenwein bis zur gehaltvollen Auslese, auch als Rosé oder Weißherbst erfreut sich der Spätburgunder größter Beliebtheit.

Da die Böden in Baden auf der gesamten Länge immer wieder wechseln, ist die Vielfalt der badischen Weine entsprechend groß.

Die Lage von Baden

Typische Terrassenlagen in Baden
Terrassenlagen in Baden

Das Anbaugebiet Baden liegt zwischen Tauberfranken im Norden und dem Bodensee im Süden. Baden erstreckt sich über die Bereiche Tauberfranken, Badische Bergstraße, Kraichgau, Ortenau, Breisgau, Kaiserstuhl, Tuniberg, Markgräflerland und den Bodensee. Das Weinanbaugebiet Baden erstreckt sich damit auf eine Länge von etwa 400 km.

Das Klima von Baden

Sonnenverwöhntes deutsches Weinanbaugebiet Baden
Ihringen in Baden

Mit Baden haben wir in Deutschland eine Weinbauregion, die mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 11°C und knapp 2.000 Sonnenstunden im Jahr gesegnet ist und das wärmste aller Weinbaugebiete ist. Baden zählt auch als einziges der 13 Weinbaugebiete zur EU-Weinbauzone B. Das hat zur Folge, dass badische Weine einen höheren Oechslegrad erreichen müssen als andere Weine. Entscheidend für das sehr milde Klima in Baden ist die Lage zwischen den Bergen des Pfälzer- und Odenwaldes und des Schwarzwaldes. Diese bieten Schutz vor den kalten Winden des Kontinentalklimas und schirmen zusätzlich heftige Niederschläge ab.

Die Böden von Baden

Karge Böden für den Weinanbau in Baden
Karge Böden in den Lagen von Baden

Das Anbaugebiet Baden hat viele Gesichter, denn es bietet den Rebsorten unterschiedlichste Böden: Muschelkalk und Keuper finden sich im Kraichgau und an der Tauber, an Kaiserstuhl, Tuniberg und Markgräflerland finden sich Kalk-, Ton- und Mergelablagerungen und reichhaltige Löss- und Lehmböden, die vulkanische Einsprengsel enthalten. Am Bodensee wiederum findet sich vor allem der wärmespeichernde Moränenschotter.

Rebsorten von Baden

Baden wird von vielen Weinkennern als Burgunderland bezeichnet, was ohne Zweifel an den warmen Temperaturen liegt, bei denen alle Burgundersorten prächtig gedeihen. Aber auch der Riesling findet hier ein gutes Zuhause, mit der Besonderheit, dass der Riesling aufgrund der Wärme eher säurearme Weine hervorbringt als in anderen deutschen Weinanbaugebieten. Die Gutedel ist ebenfalls eine säurearme Rebsorte ist gilt in Baden als regionale Spezialität. Eine weitere Spezialität ist der Badisch Rotgold, ein rosafarbener Wein, der aus Spätburgunder- und Grauburgundertrauben mittels Maischegärung gewonnen wird.

Baden - Deutsches Weinbaugebiet

Weinbaubereiche in Baden

Bereich Tauberfranken in Baden

Wo sich zauberhafte Landschaft an atemberaubende Natur reiht. Wo sich kulturelle Sehenswürdigkeiten mit kulinarischen Hochgenüssen abwechseln – da möchten Sie Urlaub machen? Biegen Sie ab auf die Romantische Straße. Die älteste und beliebteste Ferienstraße Deutschlands nimmt hier ihren Anfang und führt Sie durch Tauberfranken, mitten durch malerische Städte wie Wertheim, Tauberbischofsheim oder Bad Mergentheim – und natürlich durch die charakteristischen Weinberge. Weinrechtlich teilt sich das Taubertal in drei verschiedene Anbaugebiete: Der zu Baden gehörende Teil beginnt in Bad Mergentheim und erstreckt sich flussabwärts bis zum Main.

Die charakteristischen Böden des Weinbaugebietes sind das Ergebnis eines Prozesses, der sich vor rund 250 Millionen Jahren ereignete. Durch Schwankungen des Meeresspiegels kam es zur Ablagerung von Buntsandstein und Muschelkalk, die bis heute vorherrschenden Bodenarten Tauberfrankens.

Im Taubertal liegen die meisten Weinberge in den Seitentälern nah der Tauber, an den nach Süden auslaufenden Hängen. Durch das verhältnismäßig kühle Klima wird vornehmlich in Lagen von 150 bis 340 Metern angebaut. Weiter oben ist es zu windig, unten sammelt sich im Frühjahr und Winter die Kaltluft und verstärkt die Frostgefahr. Doch Kenner wissen: Die Qualität der gewonnenen Weine entschädigt für das Risiko des Anbaus in klimatischen Grenzlagen. Probieren Sie doch mal einen Müller-Thurgau! Mit seinem feinen Duft wird er Sie schnell als Freund gewinnen. Der hiesige Silvaner fällt leichter aus als sein fränkisches Pendant. Mit einer Mineralität, die von Experten oft gelobt wird. Vielleicht auch von Ihnen? Unter den Rotweinen ist der Schwarzriesling ein oft gesehener. Er kann seine Frucht besonders reintönig ausbilden und ist dabei zurückhaltend im Gerbstoffgehalt. Oder doch einen Spätburgunder? Wie alle Burgundersorten ist er wie geschaffen dafür, die Mineralität des Muschelkalks wiederzugeben. Für Schatzsucher ist der lokale Tauberschwarz ein wahres Fundstück. Fast vergessen, wurde dieser vollfruchtige, dunkle Rotwein erst in den letzten fünfzehn Jahren wieder angebaut. Die Suche nach ihm lohnt sich.

Bereich Badische Bergstraße in Baden

„Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden“, soll Kaiser Joseph II. bei einem Besuch der Badischen Bergstraße gerufen haben. Da kann man ihm nur recht geben. Nicht nur das Klima und die Landschaft verheißen hier Dolce Vita. Auch die vielen Sehenswürdigkeiten – stolze Burgen, malerische Dörfer und historische Bauten – sind Zeugen eines besonderen Lebensstils und prägen das Bild der Badischen Bergstraße. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 390 Hektar vom Ort Laudenbach (bei Heidelberg) im Norden bis nach Wiesloch im Süden und zählt zu den bevorzugten Klimabereichen Deutschlands.

Der Odenwald schützt vor kalten Ostwinden, und im Neckartal, das das Anbaugebiet in eine Nord- und eine Südhälfte teilt, profitieren die Trauben von dem besonders milden Kleinklima. Mediterran gibt sich auch die Pflanzenwelt: Mandel-, Pfirsich- und Aprikosenbäume, Magnolien und Forsythien verwandeln die Umgebung in ihrer Blütezeit in einen duftenden Frühlingsgarten.

Der Weinbau findet in Lagen zwischen 120 und 250 Metern statt, die meisten Rebflächen liegen auf den sanften Hängen mit westlicher Exposition. Mit tiefgründigem Löss und Lösslehm, Gesteinsverwitterungsböden aus Porphyr, Granit, Gneis und teils auch Buntsandstein bieten die Böden ein breites Spektrum.

Die Weine der Badischen Bergstraße gehören nicht, wie der Name andeuten könnte, zu den typischen Bergweinen aus kühlem Grenzklima. Der Riesling kann zwar seinen schlanken, kühl anmutenden Charakter ausbilden, doch eigentlich ist die Region wie geschaffen für kraftvolle Weine mit intensiver Frucht. Hier machen sich die Unterschiede in den Böden bemerkbar: Der Spätburgunder, der auf den Muschelkalkböden bei Leimen und südlich davon angebaut wird, verfügt über Glut und dichten Gerbstoff, wohingegen sich ein Spätburgunder von den Granit- und Porphyrböden nördlich von Heidelberg feingliedrig und delikat mit einer nur zarten Gerbstoffnote und reichem Duft zeigt. Auch die weißen Burgundersorten ergeben hier intensive Weine mit deutlicher Ausprägung ihres Sortencharakters. Ob weiß oder rot, schauen Sie gern auf ein Viertele im schönen Baden vorbei!

Bereich Kraichgau in Baden

Charakteristisch für diese Region sind die sanften Hügel, die sich zwischen Wiesloch und Bruchsal bis vor die Tore der ehemaligen Residenzstadt Karlsruhe ausbreiten. Flankiert von Odenwald und Schwarzwald bietet der Kraichgau eine Vielfalt von Möglichkeiten, die hier so häufig anzutreffende Sonne zu genießen. Burgschänken und Besenwirtschaften laden Sie ein, sich ganz nach Ihrem Geschmack verwöhnen zu lassen. Ob Sie barocke Tafelfreuden, ehrlich bäuerliche Küche, ein Viertele oder die edel-rassigen Gewächse bevorzugen – im Kraichgau sind Sie immer richtig.

Das wussten schon die Römer, und wer weiß, wer noch alles vor ihnen da war. Der Wein war es auf jeden Fall. Man hat 60 Millionen Jahre alte versteinerte Reste von Rebpflanzen gefunden. Letzte Exemplare von ungefähr eine Million Jahre alten Wildreben kann man heute noch in den Auwäldern des Oberrheins bestaunen. Und schon vor Jahrhunderten waren die vollen, rassigen Weine weit über Baden hinaus bekannt. Aber zurück ins Heute.

Das liebliche, flache Hügelland zwischen Wiesloch, Bretten und Karlsruhe bietet dem Auge einen ruhigen Wechsel von Feldern, Mischwald, Wiesen, Obst- und Weingärten sowie breiten Tälern. Dank der fruchtbaren Böden und dem paradiesischen Klima ist der Anbau jeglicher Nutzpflanzen sehr ertragreich, sodass der Kraichgau schon seit Urzeiten beliebtes Siedlungsgebiet ist.

Das auch weinbaulich äußerst günstige Klima arbeitet Hand in Hand mit der wärme- und wasserspeichernden Funktion des Bodens. Neben Riesling und Spätburgunder fühlt sich hier der Auxerrois besonders wohl. Zwar besitzt er eine vergleichbar kleine Gesamtrebfläche, verglichen mit dem Riesling oder Spätburgunder, er ist aber doch eine typische Spezialität der Region. Als Spielart des Weißburgunders entwickelt er sich auf den überwiegend vorhandenen Rebböden aus Muschelkalk, Keuper und Buntsandstein mit der für Badens Geologie so typischen Lössauflage zu einem Wein mit expressiver Duftigkeit, sanfter Fülle und zugleich packender Mineralität. Aber was reden wir? Probieren Sie ihn!

Bereich Ortenau in Baden

Die Ortenau erstreckt sich im Herzen Badens auf 60 Kilometern zwischen Rastatt und Offenburg und verfügt über eine Rebfläche von 2.700 Hektar. Sie finden eine klare Dreiteilung der Landschaft, bestehend aus Weinbergen in der Mitte, flankiert von fruchtbaren Rheinauen auf der einen und romantischen Schwarzwaldbergen auf der anderen Seite. Alles gedeiht üppig: Mais, Tabak und Obst in der Ebene, Wald und Wild auf den Höhen und zwischendrin überall Wein. Dieser erfährt durch das milde Klima, die über 1.700 Sonnenstunden jährlich und die Granitverwitterungsböden seine typische Ortenauer Eigenart.

Die durch den Schwarzwaldrücken bedingten Niederschläge geben den hiesigen Weinen ihre Fruchtigkeit und elegante Leichtigkeit. Der Boden, vornehmlich Granit, Gneis und Buntsandstein, nimmt die Sonnenwärme gut auf. Darüber hinaus spendet er einen reichen mineralischen Extrakt, sodass die Wirkung eines vergleichsweise rauen Grundklimas ausgeglichen wird. Dieses sogenannte Grenzklima der oberen Lagen ist ideal für den Riesling. In Durbach, im ehemaligen Gewann „Klingelberg“, gedeiht er besonders gut, was dazu geführt hat, dass die Bezeichnung „Klingelberger“ heute als Synonym für einen besonders hochwertigen Riesling gilt. Der Spätburgunder ist die meistangebaute Sorte der Ortenau. Oft findet man ihn auf fetteren Böden mit hohen Sandanteilen. Er charakterisiert sich durch ein komplexes Puzzle aus kühler Frucht, rauchigen Nuancen, samtigen Tanninen, dunklen Beeren und Extraktreichtum.

Neben dem Wein machen malerische Winzerdörfer und Städtchen mit historischen Fachwerkhäusern die Ortenau zu einem beliebten Ziel. Darüber hinaus Burgen, Schlösser und Klöster und nicht zuletzt eine hervorragende Küche. Nirgendwo sonst in Deutschland finden Sie so viele Sternerestaurants! Sie sind immer noch (wissens)-durstig? Erleben Sie bei Kellerführungen, Weinproben, auf Weinseminaren bei den „Ortenauer Weinguides“ oder ganz einfach bei den Weinfesten höchste Qualität, reinen Genuss und fundiertes Weinwissen.

Bereich Breisgau in Baden

Im Breisgau liegt das weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Glottertal, in dem jeder Winzer seinen Rebstock noch persönlich kennt. Glauben Sie nicht? Mit einer Hangneigung bis zu 70° sind die Glottertäler Rebhänge mit die steilsten und höchstgelegenen Weinberge Deutschlands. Das bedingt nicht nur eine optimale Sonneneinstrahlung und Wärmespeicherung. Es hat auch zur Folge, dass nur wenige Maschinen zur Bearbeitung der Anbauflächen genutzt werden können. Hier ist echte Handarbeit gefragt!

Für das gesamte Breisgau, das sich von Oberschopfheim im Norden bis ans Ufer der Dreisam in Freiburg im Süden erstreckt, gilt der hohe Anspruch an die Qualität der hier erzeugten Weine, dem die Winzer mit Fleiß und Expertise mit jedem Jahrgang aufs Neue gerecht werden. Gemeinsam mit den reichlich bemessenen Niederschlägen, der Sonne und der angenehmen Wärme sind dies die idealen Bedingungen für eine große Auswahl an Rebsorten. Besonders stark vertreten ist die Burgunderfamilie von Weiß- über Grau- bis Spätburgunder. Für Kenner leicht nachvollziehbar, denn die Vorbergzone mit ihren Hang- und Terrassenlagen ist mit mächtigen Lössschichten überzogen, deren geologischen Unterbau Formationen des Muschelkalks und des Buntsandsteins sowie tertiärer Mergel bilden. Letzterer tritt auch hier und da als bodenbildendes Gestein zutage. Im Glottertal findet man dazu noch Gneisvorkommen. Diese Böden statten die hier ausgebauten Weine mit viel Kraft aus und kennzeichnen sie durch explosive Aromen.

Explosiv war auch die Vergangenheit des Breisgaus. Als fruchtbarer Landstrich war er mal Zankapfel, mal Schenkungsobjekt diverser Adelsgeschlechter. Burgen und Schlösser zeugen noch heute davon und prägen neben Dörfern und hübschen Städten, prachtvollen Rathäusern, malerischen Fachwerkbauten und Bürgerhäusern die Landschaft. Gehen Sie auf Wanderschaft und machen Sie die idyllischen Täler ausfindig. An allen Eingängen weisen Weinberge den Weg, kunstvoll gestaltete Wirtshausschilder setzen Zeichen, die Genießer zu deuten wissen. Und wenn Sie sich doch einmal verlaufen, seien Sie versichert: Es gibt dafür weit und breit kaum einen schöneren Ort.

Bereich Kaiserstuhl in Baden

Auf diesem traumhaft schönen Fleckchen Erde ist wirklich alles darauf eingestellt, die köstlichsten und charaktervollsten Weine hervorzubringen. Vor allem die Burgunderfamilie fühlt sich hier wohl. Aber auch Müller-Thurgau, Muskateller, Gewürztraminer und eine inzwischen seltene Spezialität, der Silvaner, haben hier eine Heimat gefunden. Der vulkanische Gebirgsstock, bei dem sich zudem in urigen Vorzeiten Staub ablagerte und der eine fruchtbare Lössschicht entstehen ließ, liefert einen Teil der hier herrschenden idealen Voraussetzungen. Um den kostbaren Boden vor Erosion zu schützen, wurden von den Menschen im Laufe der Jahrhunderte mühsam Terrassen angelegt, die seither das landschaftliche Bild des Kaiserstuhls prägen.

Sie finden hier das wärmste Klima aller deutschen Weingebiete mit nachweislich den meisten Sonnenstunden vor. Auf den Vulkanböden wurden schon Temperaturen nahe 70 °C gemessen. Durch ihre enorme Speicherkapazität ist so auch nachts und an kühleren Tagen ausreichend Wärme verfügbar, um die Trauben bis zur Perfektion reifen zu lassen. Doch die Wärme übt ihre hohe Anziehungskraft nicht nur auf den Wein und seine Freunde aus. Auch in der Tier- und üppigen Pflanzenwelt gibt es so einige, die das Klima zu schätzen wissen. Halten Sie Ihre Augen bei einer Wanderung durch die malerischen Weinberge und farbenprächtige Landschaft offen nach Gottesanbeterinnen und Smaragdeidechsen. Auch die eine oder andere Orchidee und mediterran anmutende Kakteen säumen Ihren Weg. Doch allzu viel Platz bleibt nicht.

Der Weinbau nimmt fast die gesamte Fläche ein. Er findet auf 4.200 Hektar weiträumig im gesamten Gebiet des erloschenen Vulkankegels statt. Auf Höhen von 190 bis 400 Metern wird über ein Viertel des Badischen Weins angebaut. Bereits die Römer haben die Zeichen gedeutet und waren klug genug, hier ihren Wein zu kultivieren.

Heute finden Sie eine Fülle von unterschiedlichen Spitzenqualitäten: von elegant­schlanken und zugleich saftig-trinkfreudigen Kabinettweinen über kräftige Spätlesen bis hin zu explosiven Süßweinen. Fehlt nur noch ein Prädikat: Ihr Lieblingswein.

Bereich Tuniberg in Baden

Der Tuniberg lädt Sie jederzeit auf eine Genießertour ein. Erkunden Sie auf Wanderungen und Radtouren die wunderschönen, von Rosen verzierten Rebhänge, malerische Dörfer und idyllische Gärten. Nur wenige Kilometer vor den Toren der Stadt liegend, wird er auch der blühende Garten Freiburgs genannt. Zwar grenzt diese Region, die zwischen Schwarzwald und Vogesen liegt, im Süden direkt an den Kaiserstuhl an, doch die beiden Weinbaugebiete haben geologisch nur wenig gemeinsam. Vulkanismus hat hier, im Gegensatz zum Nachbarn, keine Rolle gespielt.

Der Tuniberg ragt als Bergrücken auf einer Länge von 10 Kilometern aus der Rheinebene hervor. Er ist aus der erdgeschichtlichen Zeit des Jura entstanden und wurde später von einem mächtigen Lössmantel umhüllt. Dieser bildet die nährreiche Grundlage für ausdrucksstarke, warmherzige Sortentypen: Elegante Weißweine aus Burgundersorten, aromatischer Müller-Thurgau und anregender Weißherbst gehören zu den Spezialitäten vom Tuniberg. Der Spitzenplatz ist jedoch auch hier für den Spät­burgunder, mit einem Anteil von 55,3 % an der Gesamtanbaufläche von ca. 1.050 Hektar, reserviert. Vom feinfruchtigen Tischwein bis zum gerbstoffbetonten Burgunder existiert ein breites Spektrum an Weinstilen.

Damit die Lössschicht des Bodens bei Regenfällen nicht abgetragen wird, hat man zum Schutz Terrassen angebaut. Sie prägen die Landschaft, die aufgrund ihrer geringen Höhe von nur 120 Metern über der Rheinebene keine waldigen Berghöhen aufweist.

Es gilt als sicher, dass der Weinbau mit den Römern zum Tuniberg kam. Die älteste Urkunde darüber stammt aus dem Jahr 888 n. Chr. Eine so bewegte Vergangenheit lässt viele Sagen, Gerüchte und Märchen entstehen. So soll der Hunnenkönig Attila auf dem Tuniberg seine letzte Ruhe gefunden haben. Wenn Sie der Sache auf den Grund gehen möchten, können Sie sich kulinarisch und kulturell auf Spurensuche begeben. Als Anfang bietet sich das Attila-Denkmal in Niederrimsingen an. Und auch im Wein hat der berühmte Krieger sich verewigen können: mit der Weinlage „Attilafelsen“. Auf sein Wohl! – und das Ihre natürlich.

Bereich Markgräflerland in Baden

Die Besonderheit dieser Region ist ihre große Vielfalt an unterschiedlichen Böden – mancherorts ändert sich die Beschaffenheit des Untergrunds sogar von einem Meter zum nächsten. Ähnlich viele Unterschiede in der Beschaffenheit des Bodens finden Sie nur im Kraichgau. Die einzige Konstante, die hier überall zu finden ist, ist der Löss, der im ganzen Gebiet große Flächen einnimmt. In seiner Heterogenität bietet der Boden des Markgräflerlandes dem Gutedel ideale Bedingungen. Diese oft unterschätzte Rebsorte reagiert mit ihrem dezenten, weinigen Aroma besonders sensibel und eignet sich daher sehr gut, feine Terroir-Komponenten hervorzuheben.

Probieren Sie es doch einmal aus und lassen Sie sich bei einer geschmacklichen Wander schaft von den unterschiedlichen Aromen und Ausprägungen des Gutedels durch das Markgräflerland leiten! Sie werden große Freude daran haben, zum Beispiel den Kalkboden eines mineralisch vibrierenden, alkoholarmen und dabei extraktreichen Weins heraus zuschmecken oder einen voluminösen, milden und reich duftenden Wein den Löss- und Lehmlagen zuzuordnen.

Doch auch eine Wanderung zu Fuß oder per Rad bietet tolle Entdeckungen: Vor den imposanten Bergformationen des Schwarzwaldes präsentieren sich idyllische Hügellandschaften, sanfte Rebhänge, Obstgärten, Wiesen und Wälder von ihrer schönsten Seite. Heimelige Ortschaften, kleine Städtchen und Dörfer sowie Kulturdenkmäler sind alle auf ihre Weise mit dem Weinbau verbunden und bieten Literaten, lebenslustigen Urlaubern und Genießern von jeher ein begehrtes Ziel. Die ganze Region strahlt nur so vor Lebenslust und Ausgeglichenheit und war mit ihren Thermalquellen schon bei den Römern beliebt. Die Freunde des guten Speisens lieben heute am Markgräflerland die gastlichen Weinstuben, die typischen Straußenwirtschaften und exquisiten Restaurants. Denn hier werden Sie nicht nur von hervorragenden kulinarischen Kreationen erwartet, sondern selbstverständlich auch von den herrlichen regionalen Weinen. Ob ein Viertele der fruchtig-frischen Weißweine oder doch lieber einen kräftigen Rotwein, entscheiden Sie am besten spontan bei Ihrem nächsten Besuch.

Bereich Bodensee in Baden

Der Bodensee! Wer ihn schon einmal besuchen durfte und seine Landschaft kennengelernt hat, der ahnt – oder weiß –, dass auch die hier angebauten Weine etwas ganz Besonderes sind. Das Zentrum des Weinbaus erstreckt sich entlang der südlich orientierten Hänge des nördlichen Seeufers, rund 20 Kilometer von Überlingen bis Immenstaad. Einmalig macht die Region vor allem das gemäßigte, fast mediterrane Klima. Durch die riesige Wassermasse des Bodensees, der als praktischer Naturwärmespeicher fungiert, findet hier ein wunderbarer Ausgleich der Temperaturen zwischen Tag und Nacht, aber auch Sommer und Winter statt. Dazu werden die ohnehin üppig vorhandenen Sonnenstrahlen von der Seeoberfläche auf die an den Hängen gedeihenden Trauben reflektiert. Eine andere Besonderheit sind die Böden. Einmalig im deutschen Weinbau befinden sich hier eiszeitliche Verwitterungsböden, die den Weinen ihre filigrane Eleganz und Fruchtigkeit verleihen. In der Vulkanlandschaft des Hegau will man hoch hinaus! Hier sind die höchstgelegenen Weinberge Deutschlands zu finden.

Auch wenn der Tuniberg heute als das Gebiet mit dem größten Anteil an Spätburgunder gilt, liegt seine Wiege doch hier am Bodensee. Im Jahre 884 setzte Karl III., ein Urenkel Karls des Großen, die ersten Stöcke der inzwischen weltberühmten Rebsorte. Bis heute ist er, ausgebaut als spritzig-fruchtiger Rosé oder als eleganter Rotwein, die bedeutendste Rebsorte am Bodensee. Leicht erwärmbare Böden bieten auch allen übrigen Burgundersorten ideale Wachstumsbedingungen. Ebenso bekommt der Müller-Thurgau durch seine Seelage eine ganz besondere Klasse. So zart und feinfruchtig wie hier finden Sie ihn nirgends sonst!

Doch die Einzigartigkeit der Region kommt nicht allein dem Wein zugute. Bei einem Besuch werden Sie schnell feststellen, dass der See und seine Landschaft eine wunderschöne Heimat für Flora und Fauna, aber auch kulturelle Sehenswürdigkeiten wie das gotische Überlingen, das barocke Meersburg oder die Pfahlbauten von Unteruhldingen ist. „O wi schö isch s’ Läbe do.“

Quelle der Weinbaubereiche in Baden: www.badischerwein.de